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NiederbayernVeranstaltungen → Gespräch mit MdL Heckner

Fortbildungswille hinsichtlich Teambildung und neuer
Unterrichtsformen gewürdigt 








Gast des 12. Lehrerseminars war am 09. Juli 2007 in Wildbad Kreuth die Landtagsabgeordnete Frau Ingrid Heckner, Mitglied im Landtagsausschuss für Bildung, Jugend und Sport.


"Personalentwicklung zielt darauf ab, Menschen für die Arbeitsweise einer lernenden Organisation zu gewinnen!", das entdeckte die Landtagsabgeordnete im Konzept dieser Lehrerfortbildung, "denn Teamarbeit steht da im Zentrum." "Zu einer innovativen Schule gehört für alle Beteiligten eine hohe Kommunikationsoffenheit und eine ebensolche Kommunikationsfähigkeit sowie ein kooperatives Arbeiten und Handeln aus dem Systemganzen heraus", so Frau Heckner. Unterrichtsentwicklung stehe ja bekanntlich häufig am Beginn eines verbesserten und nachhaltigeren Unterrichtserfolg und so lobte die Referentin eingangs die Lehrkräfte ob ihres Engagements.

Zur aktuellen Schulpolitik:

Frau Heckner informierte darüber, dass Bayern für das kommende Schuljahr 2007/08 zusätzliche 33 Millionen Euro in die Verbesserung der Unterrichtsversorgung investiere. Insgesamt werden 600 weitere Lehrerstellen an Gymnasien, Realschulen und beruflichen Schulen zur Verfügung gestellt. Durch zusätzliche Mittel im Umfang von 240 Planstellen wird der stundenplanmäßige Unterricht an den Gymnasien sichergestellt. Zusätzliche Mittel in Höhe von 206 Lehrerstellen werden zudem für die Vertretungspools bereit gestellt. Mit den Vertretungspools soll gewährleistet werden, dass auch bei Grippewellen und ähnlichen unvorhersehbaren Ereignissen qualifizierte Vertretungskräfte zur Verfügung stehen.

Mit den zusätzlichen Mitteln reagiert der Freistaat auch auf die steigenden Übertrittsquoten ins G8: Die Übertrittsquote liegt bayernweit bei derzeit 36,5 Prozent (gegenüber 34 Prozent im Schuljahr 2003/04). Betrachtet man nur die Übertritte aus der Jahrgangsstufe 4 der Grundschule, ergibt sich sogar eine Steigerung von 32,7 auf 36,5%. Das beweist die steigende Popularität des Gymnasiums in allen Bevölkerungsschichten.

Die Wiederholerquoten seien derzeit im G8 signifikant niedriger als am G9, informierte die Landtagsabgeordnete. Insgesamt fiel der Anteil der Schüler, die eine Jahrgangsstufe pflichtgemäß wiederholen mussten, in allen Jahrgangsstufen von 3,1% (2000/01; 2001/02) auf 2,2% (2005/06) und 2,1% (2006/07). In Jahrgangsstufe 5 im gleichen Zeitraum von 1,4% auf 0,7%, in ersten G8-Jahrgang, der Jahrgangsstufe 8, sogar von 4,5% auf 2,0%.

"Mit dem Konzept für die neue Oberstufe verfolgen wir folgende Ziele:", so das Mitglied aus dem Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport
- "Sicherung der Qualität des bayerischen Abiturs auf der Grundlage einer nachhaltigen und breiten Allgemeinbildung
- Orientierung an den u.a. von den Hochschulen (Studierfähigkeit) und der Arbeitswelt geforderten methodischen, personalen und sozialen Kompetenten durch Herausheben der Grundlagenfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen
- Vorbereitung auf die Arbeitsweise der Hochschulen und Vermittlung eines umfassenden Orientierungswissens über Hochschulzugänge, Studiengänge, Berufsfelder und spezifische Anforderungen im Rahmen der Seminare."

Frau Heckner wies aber auch darauf hin, dass das Seminarkonzept eine veränderte Lehrerrolle erwarte und benötige, v.a. in den organisatorisch und methodisch anspruchsvollen Seminaren. Dafür werden aber auch die Lehrerinnen und Lehrer auf diese Herausforderung in einer breit angelegten Fortbildungsoffensive entsprechend vorbereitet werden. Angesichts einer auf Netzwerkbildung ausgerichteten Strategie (Ausbildung schulübergreifender Teams unter Nutzung moderner Kommunikationsmedien) wird sich die Belastung der Lehrkräfte voraussichtlich mittelfristig verringern.



Text und Foto: Edmund Speiseder, Seminarleiter
Wilfried Kohl, Schulentwicklungskoordinator