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NiederbayernVeranstaltungen → Gespräch mit MdL Neumeyer

Martin
Neumeyer, der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, sprach zu
Gymnasiallehrern in Wildbad Kreuth:


Lob
für die Erziehungsleistung der Lehrerschaft










Herr Martin Neumeyer, MdL beim abendlichen Kamingespräch in Wildbad Kreuth.



Im Rahmen des Lehrerseminars, das zusammen mit der Hanns-Seidel-Stiftung organisiert und vorbereitet wurde, informierte der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Martin Neumeyer, die Gymnasiallehrer über die Anstrengungen des Freistaats und die Fragen der demographischen Entwicklung, die auch in den letzten Jahren in Bayern eine ungeahnte Dynamik erreicht haben. Migration und die sich daraus ergebende Notwendigkeit der Integration von Menschen anderer Herkunft sind so zu den prägenden Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft geworden.

Martin Neumeyer stellte zunächst seinen Aufgaben- und Verantwortungsbereich vor, der darin bestünde, dass die Staatsministerien des Innern, für Unterricht und Kultus und das in Integrationsfragen federführende Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen den Integrationsbeauftragten bei allen die Bereiche Migration und Integration berührenden Gesetzesvorhaben sowie in anderen Vorhaben im Entscheidungsprozess zu beteiligen. Dabei soll der Integrationsbeauftragte Anregungen und Eingaben von Betroffenen, von Verbänden, Vereinen, Migrantenorganisationen, den kommunalen Integrationsbeauftragten, aber auch an der Thematik interessierter Bürger bearbeiten und dort, wo sie seiner Einschätzung nach dazu geeignet sind, in den politischen Prozess einzubringen. So erfülle der Integrationsbeauftragte zudem eine politische Ombudsfunktion. Neumeyer gab zu verstehen, dass er auch ein direkter Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger in allen Fragen der Migration und Integration sei.
In diesem Zusammenhang berichtete er den Gymnasiallehrern von seiner Tätigkeit, von den vielen Gesprächen mit Verantwortlichen der jeweiligen Interessensgruppen. So trat auch offen zu Tage, welches Verständnis manche Migrantengruppen über Schule, Bildung und Lernen hätten. Es erstaune auch, welche Erwartungen Migrantenfamilien an die Institution Schule haben und welche Verantwortung dabei der Lehrerschaft zukäme. Eltern von Migrantenkindern müssten gezielter angesprochen werden, so Neumeyer, wolle man sie an der Bildungsentwicklung ihrer Kinder Anteil nehmen lassen. Das Desinteresse der Eltern nur zu beklagen, sei zu oberflächlich und zu kurzschrittig; man müsse auf diese Eltern wohlwollend zugehen.

Als besonders wichtig erachtet es Neumeyer, dass die verbandsunabhängige Integrationsarbeit und der direkte Kontakt mit den Betroffenen und anderen am Thema interessierten Menschen gepflegt und gesucht werde. Jene werden bei ihm immer ein offenes Ohr finden. „Schließlich“, so der Vertreter des Bayerischen Landtags, „integrieren wir Menschen, Individuen und nicht Nationen und Religionen!“ So versicherte er auch, dass er sich der Förderung des sich gegenseitigen Kennenlernens von Einheimischen und Migranten, der Vermittlung von Wissen übereinander und der besseren Information der Bevölkerung über die Themen der Migration verpflichtet fühle.
Denn es sei erstmals in der Geschichte des Freistaats, dass eine Staatsregierung einen Integrationsbeauftragten bestellt habe, damit reagiere Bayern auf eine sich verändernde Zusammensetzung der Gesellschaft. Somit sei dies ein Megathema, das uns in den kommenden Jahrzehnten begleiten werde. Integration ist als eine klassische „Querschnittsaufgabe“ der Politik zu sehen, die bei der Integration der Kinder beginnend vom Kindergarten über die Schule und der Hochschule bedacht und gestaltet werden müsse.
Rückblickend auf die jüngst stattgefundene Fußballweltmeisterschaft sei doch zu sehen, wie bunt unsere Nationalmannschaft Deutschland vertreten habe und wie viel geglückte Integration doch erkennbar sei. In einem ausgiebigen Diskurs mit den Gymnasiallehrern wurden darüber hinaus Fragen des islamischen Religionsunterrichts, des Ethikunterrichts und der Rolle von Lehrkräften erörtert. Der Faktor der Integration, der Vereinen und vor allem dem Sport zukäme, wurde ebenso thematisiert.

Text und Foto: Edmund Speiseder, Seminarleiter
Wilfried Kohl, Schulentwicklungskoordinator