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NiederbayernVeranstaltungen → Gespräch mit MdL Sibler

Lob für die Erziehungsleistung der
Lehrerschaft







Der ehemalige Staatssekretär im Kultusministerium, Herr Bernd Sibler, MdL, als gern gesehener Gast im 16. Lehrerseminar am 08.02.2009 in Kloster Banz


Im Rahmen des Lehrerseminars “Handlungsorientierter Unterricht - Qualitätsentwicklung und Qualitätsoptimierung“, das über die Dienststelle des Ministerialbeauftragten von Niederbayern zusammen mit der Hanns-Seidel-Stiftung organisiert und vorbereitet wurde, referierte der ehemalige Staatssekretär im Kultusministerium und Mitglied des Bayerischen Landtags Bernd Sibler zum Thema „Bildung und Ausbildung – die Zukunft unserer Kinder!“ Es war für ihn grundsätzlich wichtig, festzuhalten, dass die Bildungs- und Hochschulpolitik nicht erst seit den jüngst stattgefundenen Bildungsstreiks im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stünden. Denn für ihn seien Bildung und Ausbildung die wichtigsten Investitionen in die Zukunft der Kinder und eines Landes. Schulpolitik brauche derzeit Ruhe und Beständigkeit, aber auch den Mut, Reformen durchzusetzen, wenn veränderte Rahmenbedingungen das erfordern, forderte der Vertreter des Bayerischen Landtags. Für ihn gelten die Einführung der sechsstufigen Realschule, die M-Züge an den Hauptschulen, die Diagnose- und Förderklassen in der Förderschule und die Organisationsreform der Berufsschulen als Erfolgsprojekte. Mit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums wurde der unbestrittenen Forderung nach Verkürzung der Schulzeit bis zur Hochschulzugangsberechtigung Rechnung getragen, wohl aber aus heutiger Sicht nicht in geeigneter Weise eingeführt, bekannte Sibler und mahnte aber auch an, dass die Erziehungsleistung der Lehrerschaft in der Öffentlichkeit zu wenig gewürdigt werde, ja eigentlich ihre wichtige Aufgabe, die sie für die Zukunft eines Landes erbringe, nicht hoch genug eingeschätzt werde. Und nachdem Bernd Sibler derzeit dem Ausschuss für Hochschulangelegenheiten, Forschung und Kultur im Bayerischen Landtag vorstehe, werde er nun auch die Absolventen des Gymnasiums auf ihrem Weg an die Universität begleiten können, d.h. jene Bedingungen und Voraussetzungen umsetzen helfen, die ein effizientes Studium ermöglichen.

Sibler verwies darauf, dass die Koalition die Befreiungsbestände für die Studienbeiträge nochmals konsequent ausbaue. Unbestritten bleibt aber auch für ihn, dass die Studienbeiträge zu einer deutlichen Verbesserung der Bedingungen für die Lehre an den bayerischen Hochschulen geführt hätten. Allerdings räumte er auch ein, dass mehr Transparenz für die eingesetzten Gelder und die damit erreichten Möglichkeiten erforderlich sei.

Bayern, so Sibler, sei auf die Herausforderungen des doppelten Abiturjahrgangs 2011 besser vorbereitet als andere Bundesländer. 38 000 weitere Studienplätze und 3000 weitere Professorenstellen, das seien Investitionen in Höhe von 4 Milliarden Euro in den kommenden Jahren. Diese wurden bereits von der früheren Staatsregierung unter Thomas Goppel und Günther Beckstein festgelegt und die amtierende Regierung setze diesen Kurs konsequent fort.

Und Bayerns Schulen stünden nicht nur für hohe Qualität, meinte Sibler, sondern gewährleisten auch ein hohes Maß an Chancengerechtigkeit. Schülerinnen und Schüler bringen nicht zuletzt durch die Prägung aus ihrem Elternhaus verschiedene Anlagen, Begabungen und Interessen mit. Ziel der Schulpolitik müsse es sein, jungen Menschen unabhängig von ihrem familiären und sozialen Hintergrund optimale Bildung und Ausbildung zu ermöglichen. Chancengerechtigkeit verstehe bayerische Bildungspolitik nicht als Gleichmacherei. Die Kinder sollen die Möglichkeit haben, das in ihnen angelegte Potential voll auszuschöpfen. Dementsprechend biete das gegliederte Schulsystem ein passgenaues Angebote für alle. Sibler kündigte abschließend an, dass sich der Landtag mit der Evaluation des Bolognaprozesses beschäftigen werde, denn, so gab er zu verstehen, die Umsetzung dessen stünde erst am Anfang und könne nicht als abgeschlossen verstanden werden.

 


Bernd Sibler MdL zu aktuellen Fragen der bayerischen Bildungspolitik




Der Abgeordnete Bernd Sibler besuchte bereits zum 2. Mal ein Lehrerseminar, das diesmal vom 12.-14.02.2007 im Bildungszentrum der Hanns-Seidel-Stiftung in Kloster Banz stattfand.


Vom Vertreter des Bayerischen Landtags konnten die Seminarteilnehmer aus erster Hand Informationen zu Fragen der Schulentwicklung und der aktuellen Bildungspolitik erfahren.

Der Abgeordnete stand als Mitglied des Bayerischen Landtags, Mitglied des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen, ebenso Mitglied der Enquete-Kommission „Jungsein in Bayern - Zukunftsperspektiven für die kommenden Generationen“ nach einem Infostatement im Rahmen eines Kamingespräches den Lehrkräften für Fragen und Anregungen offen. Personal- und Organisationsmodelle für das neue Gymnasium in Bayern
Das neue achtjährige Gymnasium bringt viele Herausforderungen mit sich, die sich nicht nur in organisatorischer Art benennen lassen. Es geht aber auch um die Chancen, die Schulart des Gymnasiums weiter zu entwickeln.

8,5 Milliarden umfasse im gegenwärtigen Haushalt der Bildungsbereich, davon werden 40 Prozent für den Schulbereich und 60 Prozent für außerschulische Bildungsprozesse eingesetzt. Sibler informierte aber auch über das neue Führungsmanagement in den Schulen. Die Stiftung Bildungspakt Bayern und das Bayerische Kultusministerium entwickeln und erproben derzeit mit „Modus Führung“ innovative Konzepte. „Modus Führung bestehe aus zwei zentralen Bausteinen“, so der Abgeordnete, „einer davon ist ein breit angelegtes Fortbildungsprogramm für die Schulleiter, das sogar ein persönliches Coaching beinhaltet, im zweiten Baustein erproben und erarbeiten die Schulleiter jeweils für ihre Schulart Konzepte für ihre Führungsstrukturen“. Wie bei Modus21 werden die positiv bewerteten Ergebnisse in die Praxis aller bayerischen Schulen einfließen. Derzeit nehmen die Leiterinnen und Leiter von zwei Förderschulen, 19 Grund- und Hauptschulen, 14 Realschulen sowie 18 Gymnasien teil.

Die neue Oberstufe

Die Konzeption der neuen Oberstufe, so Sibler, ist auch ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der schulischen Eigenverantwortung. Insbesondere der Profilbereich und die beiden Seminare bringen ein deutliches Plus an Gestaltungsmöglichkeiten. Sibler ist davon überzeugt, dass sich dadurch den Schülern weitreichende Möglichkeiten eröffnen, ein eigenes Begabungsprofil auf der Basis der Kernfächer und Kernkompetenzen zu entwickeln. Die Seminare stellen auch für die Schulen eine große Herausforderung dar. So wird es auch eine neue Aufgabe der Schule sein, den Schülern den Blick auf das zu richten, was sie an den Hochschulen erwartet. Die weiter steigenden Schülerzahlen, die derzeit vor allem von den Gymnasien zu bewältigen sind, werden bis zum Jahre 2020 auch zu wesentlich mehr Studierenden an den bayerischen Hochschulen führen. So ist eine frühzeitige Orientierung ein Muss, so der Parlamentarier. Sibler informierte aber auch über Pläne und Überlegungen, die hinsichtlich der Bewältigung des doppelten Abiturjahrganges auf die Schulen und die Schulverwaltung zur Bewältigung anstünden. Im Gedankenaustausch mit dem Vertreter des Bayerischen Landtags wurden Fragen der Altersteilzeit, des Lehrermangels und vor allem der Bewertung, die im Seminarfach 2 zu leisten sei, in ihrer Problematik thematisiert. Die Gymnasiallehrer sehen die Hinführung zur Berufs- und Arbeitswelt wie auch zum Studium durchaus als wünschenswert und geboten; doch wie könne das in eine sinnvolle Bewertung einfließen?


Weitere Informationen zum Lehrerseminar "Handlungsorientierter Unterricht" unter:

Texte und Fotos: Edmund Speiseder, Seminarleiter
Wilfried Kohl, Schulentwicklungskoordinator